Geschichte Wingershausens

 

Der Ort bzw. die Kirche Wingershausen tritt erstmals im Jahr 1016 in Erscheinung. Der Mainzer Erzbischof Erkanbald ließ in Wingershausen eine Kirche weihen und versah sie mit einem großen Sendgebiet.

Welche Bedeutung dieser Kirchengründung zugemessen wurde, sieht man aus der Vielzahl der Patrozinien (himmlische Schutzherrschaft eines Heiligen über eine Kirche):  St. Peter u. Paul und St. Bonifatius und St. Processus  und Martinianus  und St. Martin und St. Ambrosius und St. Agnes und Scholastika.

Die Markbeschreibung der Kirche zu Wingershausen ist uns in zwei Fassungen  erhalten. Die eine hat uns Pistorius, trad.Fuld.497, überliefert; die andere findet sich im Codex Eberhardi p.174 a&b (Dronke, Trad. et antiq., Cap.16).

 

Die Gründung von Wingershausen liegt nach derzeitigen Forschungsergebnissen in der Zeit von 500 bis 800 n.Chr.. In alten Urkunden wird der Name des Ortes mit Winigereshusum (Winigereshusen) beschrieben. Der Ortsname bedeutet „zu den Häusern des Winiger“ (Speerfreund, d. h. ein Krieger, der gern mit dem Wurfspeer kämpft).

 

1067 scheidet als erster Ort Breungeshain aus dem Kirchspiel Wingershausen aus. Erbischof Siegfried I. von Mainz  hat die Kirche in Breungeshain geweiht und diese mit noch nicht vergebenen Zehntrechten „unter anderen zu Wingereshouson“ ausgestattet.

1327 fallen Anhänger des Königs Ludwig des Bayern in das Fuldaer Stiftsgebiet ein und verwüsten unter anderem die Blankenauer Abtei (südwestl. von Fulda). Um die daraus entstandene Not der Nonnen (Zisterzienserinnen) zu lindern, gestattet Papst Johannes der XXII. dem Kloster die Einverleihung der Pfarrei Wingershausen bei Nidda. Das Patronatsrecht, das für die Pfarrei Wingerhausen seit dem Jahr 1016 beim Reichskloster Fulda lag, ging ab 1331 an das Nonnenkloster Blankenau und verblieb dort bis zur Reformation.

1616 wird Burkhards als Kirche selbständig und scheidet aus dem Kirchspiel Wingershausen aus.

1622  kam die „Kriegsfurie des 30-jährigen Krieges“ in den Vogelsberg. Durch den Truppendurchzug des Herzog Christian von Braunschweig, auch der „tolle Christian“ genannt, entstanden auch bei uns erhebliche wirtschaftliche Schäden.

1631 wird Busenborn zur Pfarrei Breungeshain geschlagen.

1635 Die Pest fordert in Wingershausen 153 Todesopfer.

1673 am 22. Mai ist der "große Kysselschlag" geschehen, weswegen der 22. Mai von der Gemeinde Eschenrod, Wingershausen und Eichelsachsen beliebet und Gott gelobet werden.

1681 scheidet Eschenrod als letztes Glied aus dem Pfarrbezirk aus – Eichelsachsen verbleibt bis heute bei der Pfarrei Wingershausen.

1826 Pfingstsamstag, den 3. Juni – ein Unwetter entlädt sich über das Eicheltal und hinterlässt katastrophale Verwüstungen. In den Wasserfluten kommen 27 Menschen zu Tode, davon 21 Personen in Eschenrod, 5 Personen in Eichelsachsen und in Wingershausen die Frau Johanna Elisabetha Löwener.

Am 8. Mai 1904 wird die Kirche nach einem größeren Umbau, in der Gestalt (Neugotischer Stil), wie sie jetzt ca. 110 Jahre später zu sehen ist, eingeweiht. Die Kirche steht an gleicher Stelle wie vor 1000 Jahren.

1911/1912 Neubau des Pfarrhauses

1970 die Schule in Wingershausen wird für immer geschlossen

Am 31.12.1971 verliert Wingershausen, infolge der Gebietsreform in Hessen, seine politische Selbständigkeit und wird ein Stadtteil der Stadt Schotten.